Fehlstellungen + Erkrankungen bei Säuglingen und Kindern

Bereits beim Säugling kann es zu Fehlstellungen und Störungen der Verknöcherung im Hüftgelenk kommen, orthopädisch werden diese als Hüftdysplasie bezeichnet. Der Morbus Perthes ist eine Erkrankung der Hüfte, die zum Absterben von Knochengewebe führt und im Alter von 2 bis 12 Jahren auftritt. Eher harmlos dagegen verläuft der sogenannte Hüftschnupfen die Coxitis fugax.

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Kommt es bei Säuglingen zu einer angeborenen oder erworbenen Fehlstellung im Hüftgelenk so wird dies orthopädisch als Hüftdysplasie bezeichnet. Mit der Fehlstellung verbunden sind meist Störungen bei der Verknöcherung des Hüftgelenks. Eine Beckenendlage geht häufiger mit einer Hüftdysplasie einher, als eine normale Geburtslage. Anzeichen für einen Fehlbildung im Hüftgelenk sind seitenungleiche Pofalten und Bewegungseinschränkungen auf der betroffenen Seite beim Strampeln. Unbehandelt für die Erkrankung zu bleibenden Schäden mit Hinken, Gehstörungen und schmerzhaftem Gelenkverschleiß der sogenannten Coxarthrose. Zur Beurteilung des Vorliegens und des Ausmaßes einer Hüftdysplasie dient eine Ultraschalluntersuchung der Hüfte. In seltenen Fällen wird eine Röntgen-, Kernspinn- oder Computertomographieaufnahme notwendig. Die Behandlung der Hüftdysplasie geschieht durch die Verwendung von breiten Windeln oder Spreizhosen. Ein operativer Eingriff ist nur in den seltensten Fällen notwendig. Durch die routinemäßige Ultraschalluntersuchung im Neugeborenenalter sind die Behandlungserfolge bei Hüftdysplasie erheblich verbessert worden.

Der Morbus Perthes ist eine Erkrankung des Hüftkopfes im Kindesalter zwischen 2 und 12 Jahren, meist zwischen dem 5. Und 9. Lebensjahr. Bei dieser Erkrankung kommt es zum Absterben von Knochengewebe im Hüftkopf. Typische Anzeichen sind ein Schonhinken, Knieschmerzen und Bewegungseinschränkungen bei Drehbewegungen im Hüftgelenk. Die Ursache für das Absterben des Knochengewebes sind Durchblutungsstörungen. Beginnend mit einer Gelenksreizung und Gelenkergüssen, schreitet der Morbus Perthes mit einem Zusammensintern des Hüftkopfes fort. Ein späterer Hüftverschleiß (Coxarthrose) ist dann unvermeidbar. Die Erkrankungsdauer lässt sich durch eine Behandlung nicht beeinflussen. Um das Ausmaß der Gelenksverformung einzudämmen zielt die Therapie auf eine möglichst große Entlastung des Hüftgelenks in einer Stellung die sich positiv auf die Ausheilung auswirkt. Hierfür wurden verschiedene Schienen und Orthesen entwickelt, die je nach individueller Situation angewandt werden. In schweren Fällen kann eine operative Behandlung zur Wiederherstellung möglichst natürlicher Gelenksverhältnisse notwendig werden.

Mit ganz ähnlichen Krankheitszeichen wie beim Morbus Perthes beginnt eine eher harmlose Erkrankung der Hüfte, der sogenannte „Hüftschnupfen“, fachsprachlich: Coxitis fugax. Dabei handelt es sich um eine keimfreie Entzündung des Hüftgelenkes, die im Laufe von ein bis zwei Wochen wieder abklingt. Leichtes Fieber kann den Hüftschnupfen begleiten. Die Diagnose kann durch eine Ultraschalluntersuchung erfolgen. Besteht der Verdacht auf eine bakterielle Entzündung des Gelenkes muss diesem durch eine Punktion des Gelenkes mit Untersuchung der entnommenen Gelenkflüssigkeit nachgegangen werden. Für die Behandlung des Hüftschnupfens reicht die Schonung in aller Regel aus, ggf. unterstützt durch ein leichtes entzündungshemmendes Medikament. Wegen der großen Ähnlichkeit der Anfangssymptome zu schweren Erkrankungen wie dem bereits erwähnten Morbus Perthes aber auch der jugendlichen Hüftkopflösung und der jugendlichen idiopathischen Arthritis ist eine gute Beobachtung des weiteren Verlaufes notwendig.