Schmerzen und Erkrankungen der Hüfte

Schmerzen in der Leistenregion, die bisweilen auch in die Oberschenkel ausstrahlen, haben Ihre Ursache häufig im Hüftgelenk. Diese Schmerzen treten je nach Ursache belastungsabhängig, als morgendlicher Anlaufschmerz oder womöglich gar als Dauerschmerz auf. Dauern diese Schmerzen länger als ein Vierteljahr an, bezeichnen wir sie als chronische Schmerzen.

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Die Ursachen für Schmerzen, die vom Hüftgelenk ausgehen können sehr unterschiedlich sein. Ein Gelenkverschleiß, die sogenannte Hüftarthrose (Coxarthrose) ist eine der häufigsten Gründe für Schmerzen in der Hüfte. Innerhalb dieser Gruppe von Erkrankungen unterscheiden wir zwischen sogenannten primären Hüftarthrosen bei denen keine auslösende Ursache festgestellt werden kann und sekundären Hüftarthrosen, bei denen eine auslösende Ursache auffindbar ist. Diese Unterscheidung hat bei der Planung der weiteren Behandlung entscheidende Auswirkungen.

Neben dem Gelenkverschleiß an der Hüfte spielen Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes bei der Entstehung von Schmerzen an der Hüfte eine Rolle. Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes führen zum Absterben von Knochengewebe im Hüftkopf, der Orthopäde bezeichnet dies als Hüftkopfnekrose. Zwei Formen werden dabei unterschieden. Zum einen kennen wir die Hüftkopfnekrose bei Kindern um das 6. Lebensjahr, die in einer kritischen Phase des kindlichen Knochenwachstums auftreten kann. Zum anderen die Hüftkopfnekrose als Folge von Durchblutungsstörungen beim Erwachsenen, die bei 35 – 45-jährigen Menschen auftritt. In beiden Fällen kann es neben dem Abbau von Knochenmaterial auch zur Ausbildung von Knorpelverlusten kommen, die Hüftkopfnekrose ist dann Auslöser für eine sekundäre Hüftarthrose. Bei der kindlichen Hüftkopfnekrose kommt es in der Behandlung daruf an, die Beweglichkeit im Hüftgelenk zu fördern und möglicherweise die Hüfte vor zu großer mechanischer Belastungen zu schützen. Krankengymnastik spielt hier eine wichtige Rolle und wird durch physikalische Therapie unterstützt. Ziel ist es einer möglichst gut gebaute Hüfte über die kritische Phase des Knochenwachstums zu helfen, um so Folgeschäden im späteren Leben zu vermeiden. Bei der Hüftkopfnekrose des Erwachsenen ist bei frühzeitiger Erkennung ebenfalls eine nicht operative Behandlung möglich. Durch gezielte Krankengymnastik kann die Gewichtsbelastung der Hüfte verringert werden und damit dem Fortschreiten des Knochenabbaus entgegen gewirkt werden. Ebenfalls im frühen Stadium kann durch eine operative Behandlung die Durchblutung im Hüftkopf sogar wieder verbessert werden. Dabei wird der Hüftkopf durch einen kleinen Hautschnitt mittels Drähten „angebohrt“. Diese Maßnahme steigert die Durchblutung im betroffenen Knochenabschnitt und führ in vielen Fällen zur Heilung der Hüftkopfnekrose. Ist bereits ein späteres Stadium der Krankheit erreicht, muss das betroffene Gelenk durch eine Hüftprothese ersetzt werden.

Bei manchen Menschen passt der Hüftkopf – also der kugelförmige obere Teil des Oberschenkelknochens – nicht genau in die vom Beckenknochen gebildete Gelenkpfanne. Bei starker Beugung im Hüftgelenk stoßen in solchen Fällen die Knochen aufeinander. Je nach mechanischer Belastung werden dabei die Gelenklippe oder der Knorpel verletzt, starke stechende Schmerzen sind die Folge. Wir sprechen in diesen Fällen bildhaft von einer „einklemmenden Hüfte“. Unbehandelt kann ein solches Missverhältnis von Hüftkopf und Gelenkpfanne ebenfalls zum Gelenkverschleiß einer sekundären Hüftarthrose führen. Im Rahmen einer Gelenkspiegelung – Arthroskopie – kann der genaue Ort und das Ausmaß der Abweichung festgestellt werden. Mit dieser sogenannten „Schlüsselloch-OP“ sind wir auch in der Lage das überstehende Knochenmaterial zu entfernen und somit das mechanische Hindernis zu beseitigen.