Osteoporose

Bei der Osteoporose handelt es sich um eine Erkrankung der Knochen, die mit einer Abnahme der Knochendichte und einer Verschlechterung der Knochenstruktur einhergeht. Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche (Osteoporotische Frakturen). Solche Knochenbrüche treten gehäuft an den Wirbelkörpern als Wirbelkörper-Einbrüche, am Oberschenkel als Schenkelhalsbrüche und am Handgelenk als Speichenbrüche auf.

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Bei der Osteoporose werden eine primäre und eine sekundäre Erkrankungsform unterschieden. Die primäre Osteoporose ist eine typische Alterserkrankung, während eine sekundäre Osteoporose durch andere Erkrankungen verursacht wird oder als Nebenwirkung einer medikamentösen Behandlung auftreten kann. Hormonelle Störungen, die sich negativ auf den Knochenbau auswirken, liegen bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüse vor, ein Mangel an Geschlechtshormonen gehört ebenfalls zu einer solchen Störung. Auch eine krankhaft gesteigerte Kortisonproduktion oder eine intensive Kortisonbehandlung aus anderer Ursache kann zu sekundärer Osteoporose führen. Chronische Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gehen u.a. mit einer Verminderung der Kalziumaufnahme im Darm einher, dies gilt auch für die Zöliakie. In der Folge kommt es zu Kalziummangel und einer Störung des Knochenaufbaus.

Ungefähr ab dem 35. Lebensjahr überwiegt im menschlichen Körper der Knochenabbau gegenüber dem Knochenaufbau. Bei einem Viertel über 50-Jährigen liegen Zeichen der Osteoporose vor, bei über 75-Jährigen ist jeder zweite betroffen. Für den Knochenbaufbau spielen die Osteoblasten (linkes Bild) eine wichtige Rolle, für den Knochenabbau sind die Osteoklasten (rechtes Bild) verantwortlich

Bei der Feststellung einer Osteoporose spielt neben der genauen Erhebung der Krankengeschichte und der orthopädischen Untersuchung die Knochendichtemessung eine wichtige Rolle. Diese Knochendichtemessung wird nach der DXA-Methode (engl. Dual X-ray Absorptiometry) durchgeführt. Dabei wird ein abgeschwächter Röntgenstrahl durch Knochengewebe geleitet (Oberschenkel, Lendenwirbelsäule) und die vom Knochen aufgefangene Strahlungsmenge gemessen. Der so ermittelte T-Wert zeigt die Abweichung des Messergebnisses vom Befund eines gesunden 30-Jährigen an.

Liegt der Verdacht nahe, dass bereits Wirbelkörperbrüche stattgefunden haben, empfiehlt sich eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule.

Die Osteoporosebehandlung erfolgt bei uns nach den Richtlinien des DVO (Dachverband Osteologie). Nach heutigem Stand der Wissenschaft sind Kalzium und Vitamin D Basismedikamente, die schon bei leichten Formen der Osteoporose eingesetzt werden sollten. Die Wirkung von Bisphosphonaten, Raloxifen und Strontium sind am besten belegt und deshalb Medikamente der ersten Wahl. Neu hinzugekommen ist Denusomab, ein Antikörper, der auf die Aktivität der knochenabbauenden Osteoklasten einwirkt. Diese Substanzgruppen hemmen den weiteren Knochenabbau und vermindern Wirbelkörper- und Oberschenkel-halsbrüche, sowie Brüche anderer Knochen.

Auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D muss geachtet werden. Bei schweren Formen der Osteoporose setzen wir auch eine Form des Parathormones ein, das einerseits den Knochenabbau hemmt und andererseits auch den Knochenaufbau stimuliert. Da dieses Medikament sehr teuer ist, kann es leider nur bei schweren Fällen eingesetzt werden.

Direkt nach einem eventuellen Knochenbruch steht die Schmerzlinderung im Vordergrund. Dies ist die Voraussetzungen für eine frühe Mobilisierung und eine rasche Wiederherstellung der vollen Beweglichkeit.

 

 

Falls die Schmerzen nach einem Wirbelbruch nicht ausreichend beherrschbar sind, können wir den Wirbelkörper durch einen minimal-invasiven operativen Eingriff stabilisieren, indem wir ganz gezielt ihn von innen durch Knochenzementeinspritzung stabilisieren (Vertebroplastie oder Kyphoplastie).

Bei der individuellen Medikation für jeden Patienten, gilt für uns "so wenig wie möglich - so viel wie nötig". Zur Reduktion von Schmerzmitteln ergänzen wir unsere Behandlung im Bedarfsfall mit Maßnahmen und Medikamenten zur Entspannung von Muskulatur (Muskelrelaxantien) und Seele (Schmerzmodulatoren).

Manchmal ist nach akuten Wirbelkörperbrüchen auch ein Korsett sinnvoll. Es stabilisiert vorübergehend die Wirbelsäule und dient der schnellen Mobilisierung und Vermeidung von Komplikationen wie z.B. einer Bettlägerigkeit.

Die notwendige Physiotherapie zum Erhalt von Muskelkraft und Beweglichkeit bietet in der Praxisklinik Zähringen unser Physiotherapiezentrum Aktiv Reha an. Vor allem das dort zur Verfügung stehende Vibrationstrainingsgerät Galileo fördert intensiv den Muskel- und Knochenaufbau.